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16-02-2021
5 min. Lesezeit
Shelly Boom

Ferninbetriebnahme: Ihre Vorteile und wie Sie es umsetzen

Bevor Ihr Kunde bereit ist, Ihre Maschine einzusetzen, muss sie zunächst betriebsbereit gemacht werden. Alle Systeme und Komponenten einer Maschine müssen entsprechend den betrieblichen Anforderungen des Kunden ausgelegt, installiert, getestet, bedient und gewartet werden. Dieser Vorgang wird als (Anlagen-)Inbetriebnahme bezeichnet. Heutzutage ist es möglich, eine Ferninbetriebnahme durchzuführen. Dadurch sparen Sie wertvolle Zeit und Kosten und können sowohl produktiv als auch flexibel sein.

Was ist eine Ferninbetriebnahme?

Die Ferninbetriebnahme ermöglicht es Ihnen, Ihre Industrieanlagen zu installieren, zu konfigurieren und zu testen, indem Sie den Kunden oder Integrationspartner aus der Ferne unterstützen. Während des Vor-Inbetriebnahme-Prozesses überprüfen Sie alle Systeme, Einstellungen und Werte auf Ihrer SPS-Steuerung. Funktionieren alle Prozesse ordnungsgemäß? Gibt die Anlage Fehlercodes aus? Mit der Ferninbetriebnahme können Sie dies einfach überprüfen, ohne vor Ort zu sein.

Alles kann aus der Ferne im SPS-Programm überwacht oder mit dem HMI-Panel gesteuert werden. Über eine sichere Verbindung über das Internet haben Sie von jedem Ort der Welt aus Fernzugriff auf Ihre Maschinen. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten und Vorteile der Ferninbetriebnahme anhand von zwei Fallbeispielen exemplarisch auf.

Machen Sie Ihre Industriemaschinen aus der Ferne zugänglich

Das wesentliche Merkmal der Ferninbetriebnahme ist der Fernzugriff auf Ihre Industrieanlagen. Der erste Schritt dazu ist die Konnektivität in Ihren Maschinen einzurichten. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, aus der Ferne auf die Maschinen zuzugreifen, was bedeutet, dass Sie nicht mehr beim Kunden vor Ort sein müssen, um sie zu steuern und zu überwachen. Sie müssen lediglich einen VPN-Router mit der SPS-Steuerung, dem Roboter und den HMI-Panels Ihrer Maschine verbinden. Danach können Sie eine sichere Verbindung über eine Cloud-Plattform einrichten.

Ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das mit der Ferninbetriebnahme begonnen hat, ist DC Airco. Sie entschieden sich, den Fernzugriff auf ihre SPS zu implementieren, als sie aufgrund der Covid-19-Pandemie und den damit einhergehenden Reisebeschränkungen Probleme mit der Inbetriebnahme ihrer Maschinen im Ausland hatten. DC Airco ist ein niederländischer Hersteller von HLK-Lösungen und kritischen Kühlsystemen für (mobile) Anwendungen und nimmt seine Maschinen normalerweise vor Ort in Betrieb. Deshalb suchten sie nach einer alternativen Möglichkeit der Inbetriebnahme und entdeckten die IXON Cloud. Inzwischen bauen sie einen IXrouter in ihre Anlagen ein, um ihre Kunden während der Installation und der Abnahmeprüfung aus der Ferne zu unterstützen. 

DC Airco hat nun über die IXON Cloud Plattform von überall auf der Welt Zugriff auf ihre HLK-Systeme. "Die Installation ist für den Kunden einfach und wir können die Inbetriebnahme gemeinsam online durchführen. Ich habe eine sofortige Verbindung zu ihrem Netzwerk. Das geht viel schneller als per Telefon, weil man gleichzeitig sehen muss, was genau passiert, und das ist manchmal schwierig zu sehen. Jetzt kann ich es einfach live beobachten", sagt Marc Schimmel, Servicetechniker bei DC Airco. 

Lesen Sie die ganze Geschichte von DC Airco hier.

“Remote Eyes” für Inbetriebnahmeservice

Es gibt zweifellos Unternehmen oder Kunden, für die der Inbetriebnahmeprozess komplexer ist, z. B. Unternehmen, bei denen ihre Maschinen von anderen Systemen abhängig sind oder eine anspruchsvollere Installation benötigen. Für diese Unternehmen ist es möglich, den Fernzugriff mit Video oder einer Microsoft HoloLens zu kombinieren. So liefern Unternehmen beispielsweise die Maschinenteile an den Kunden, ergänzt durch ein Anleitungsvideo, in dem der Kunde sehen kann, wie die Techniker die Maschine montieren oder demontieren. Auf diese Weise kann der Kunde die Maschine mit digitaler Hilfe des Maschinenbauers selbst zusammenbauen.

Anstatt ein Video zu versenden, könnte man auch die HoloLens in Kombination mit einem Fernzugriff verwenden. Die HoloLens ist ein Virtual-Reality-Headset mit transparenten Linsen, durch die der Kunde holografische 3D-Bilder, wie Bedienungsanleitungen, sehen und Augmented Reality erleben kann. Der Maschinenbauer auf der anderen Seite sieht über ein webbasiertes Portal einen Live-Kamerastream des Geschehens auf der Seite des Kunden. 

Mit der HoloLens können Maschinenbauer oder Servicetechniker gemeinsam mit dem Kunden alles beobachten, als wenn sie selbst vor Ort wären. Quaker Houghton begann mit dem Fernzugriff über die IXON Cloud in Kombination mit der HoloLens. Anstatt den Kunden zweimal zur Vorbereitung und Inbetriebnahme zu besuchen, wie sie es normalerweise taten, schickten sie eine Maschine zusammen mit einem IXrouter und der HoloLens zu ihrem Kunden in Dubai. Die HoloLens benötigte lediglich eine stabile Internetverbindung, die über den Wi-Fi-Hotspot des IXrouters eingerichtet werden kann.

Aufbau der Ferninbetriebnahme mit HoloLens und IXON Cloud Aufbau der Ferninbetriebnahme mit HoloLens und IXON Cloud

Der Ingenieur einer unserer Kunden in den Niederlanden hatte über die IXON Cloud Zugriff auf die SPS und HMI. Er nutzte die HoloLens, um tatsächlich zu sehen, was sein Kollege in Dubai tat und unterstützte ihn direkt mit den Anweisungen zur Inbetriebnahme des Projekts. Über die IXON Cloud-Plattform überwachte er die SPS und steuerte das HMI. Mit dem TIA-Portal, das auf seinem eigenen PC lief, konnte er so über eine sichere VPN-Verbindung die Teile in der Maschine bestimmen und kennzeichnen. Es war tatsächlich so, als ob er vor Ort wäre.

Vorteile der Ferninbetriebnahme

Wie Sie wahrscheinlich schon bemerkt haben, hat die Ferninbetriebnahme eine ganze Reihe an Vorteilen. Da Sie nicht mehr so viel reisen müssen, können Sie durch den Verbleib am eigenen Standort viel Zeit sparen und die Kosten für die Inbetriebnahme senken. Das eingesparte Geld für Flugtickets, Hotelaufenthalte und Taxikosten macht die Inbetriebnahme für den Kunden günstiger, während dem Maschinenbauer keine Einnahmen entgehen. Das bedeutet, dass sich die Investition in Fernzugriffslösungen bereits nach der ersten Geräteinbetriebnahme bezahlt machen kann.

Ingenieure können produktiver sein, weil sie sich besser auf die Lösung von Problemen konzentrieren können, ohne durch die Umstände vor Ort abgelenkt zu werden. Außerdem kann ein und derselbe Ingenieur an mehreren Projekten gleichzeitig tätig sein. Obendrein sind die richtigen Leute alle am selben Ort, was Ihnen mehr Flexibilität verschafft. Die Tatsache, dass Sie, Ihre Kollegen, Kunden und Servicetechniker zur gleichen Zeit von einem anderen Ort aus einfach und sicher auf die gleichen Daten zugreifen können, sorgt für eine optimale Zusammenarbeit.

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